Die Wei Obwohl er nicht der offizielle erste Kaiser der Wei war, wird der Kriegsherr Cao Cao im Allgemeinen als Gründer des Königreichs der Wei anerkannt. Er machte sich 184 n. Chr. während der Rebellion der Gelben Turbane einen Namen und kämpfte 190 n. Chr. an der Seite von namhaften Kriegern wie Liu Bei, Yuan Shao und Sun Jian gegen Dong Zhuo. Nach Dong Zhuos Tod erkannten seine ehemaligen Verbündeten, wie groß Cao Caos mörderischer Ehrgeiz war: Er startete einen grausamen Angriff gegen Tao Qian und die Provinz Xu unter dem Vorwand, dass Tao Qian angeblich in den Tod seines Vaters involviert war. Dieser Angriff forderte das Leben Tausender unschuldiger Zivilisten. 196 n. Chr. kontrollierte er den Marionettenkaiser und verlieh sich selbst den Titel des Ersten Premierministers der Han, um so das Reich der Han zu beherrschen. Nach der Unterwerfung zahlreicher anderer Kriegsherren fuhr Cao Cao fort, sein Territorium im Norden zu erweitern und gegen seinen einstigen Verbündeten Yuan Shao zu verteidigen. Er besiegte ihn in der Schlacht von Guan Du am Ufer des Gelben Flusses. Nach Yuan Shaos Niederlage waren seine zerstrittenen Söhne nicht in der Lage, sich gegen Cao Cao zu behaupten. Cao Cao gelang es, innerhalb von etwa sieben Jahren die nördlichen, von der Yuan-Familie kontrollierten Gebiete einzunehmen und Nordchina zu vereinen. Nach der Eroberung des Nordens befehligte Cao Cao eine mächtige Kavallerie. Eine seiner berühmtesten Einheiten war die wertvolle Tiger-Kavallerie, eine schwere Kavallerieeinheit, die ihm als seine Leibgarde diente. Dank der Unterwerfung der nördlichen Stämme konnte er sich zudem die Soldaten der unterworfenen Armeen zu eigen machen, wie beispielsweise die Plünderer des Xianbei-Stamms, die er 207 n. Chr. in der Schlacht auf dem Berg des Weißen Tigers besiegt hatte. Mit seiner verstärkten Armee zog Cao Cao nun Richtung Süden und so kämpfte er 208 n. Chr. in Chi Bi (Die Schlacht am Roten Felsen) gegen Liu Bei und Sun Quan, wo er aufgrund seiner schwächeren Flotte und einer Krankheit, die in seinem Lager wütete, besiegt wurde. Es gelang ihm nie, Gebiete südlich des Jangtse-Flusses zu erobern, aber er wurde 216 n. Chr. von Kaiser Xian zum König der Wei ernannt. Cao Cao war nicht nur für sein militärisches Können berühmt. Er war auch ein talentierter Dichter und schuf 210 n. Chr. die berühmte Bronzevogelterrasse in der Stadt von Ye. Die Terrasse wurde verwendet, um Gedichte vorzutragen und Cao Caos Errungenschaften zu ehren. Seine Söhne und Nachfolger setzten die Tradition des dichterischen Könnens fort. Nach Cao Caos Tod im Jahr 220 n. Chr. wurde das Reich der Wei offiziell von Cao Caos Sohn und Nachfolger Cao Pi gegründet, nachdem Kaiser Xian den Thron an ihn „abgetreten“ hatte. Cao Pi regierte nur sechs Jahre als Kaiser, bevor er 226 n. Chr. starb. Sein Nachfolger war sein Sohn Cao Rui, der bis 239 n. Chr. regierte. Sein Adoptivsohn Cao Fang wurde zum Nachfolger ernannt. Da dieser erst sieben Jahre alt war, wurden zwei Regenten ernannt: Cao Shuang und Sima Yi. Sima Yi hatte lange Zeit unter der Cao-Familie gearbeitet und war bei der Armee und beim Militär gleichermaßen beliebt. Im Jahr 249 n. Chr. nahm er Cao Fang gefangen und ermordete Cao Shuang. Mit diesem Ereignise ging die Wei-Dynastie unter. Es gab eine Reihe von Marionettenkaisern, die Sima Yi und seine Nachkommen bis 266 n. Chr. kontrollierten, bis Sima Yan, der Enkel von Sima Yi, Cao Huan zwang, auf den Thron zu verzichten. Sima Yan gründete daraufhin die Jin-Dynastie, die bis 420 n. Chr. hielt.